Unser neues Projekt: TAYPINATS

Taypinats- so nennt sich die Gruppe der arbeitenden Kinder und Jugendlichen in La Paz, der bolivianischen Hauptstadt. In der Gruppe sind StraßenverkäuferInnen SchuhputzerInnen, Maurer, Küchenhilfen und Putzmädchen. Meistens verdienen sie nicht mehr als 25 Dollar im Monat. "Taypi" ist ein Aymara-Wort und bedeutet so viel wie Zusammenkunft. In ihrer Gewerkschaft kommen die arbeitenden Kinder aus verschiedenen Sektoren mit vereinter Kraft zusammen. Die Taypis kämpfen für mehr Lohn, einen Zugang zum Sozialsystem, für bessere Arbeitsbedingungen und gegen die Gewalt, der sie von Seiten der Arbeitgeber und Kunden immer wieder ausgesetzt sind. Vor allem die Mädchen werden immer wieder Opfer sexueller Gewalt. Die Taypis werden von keiner Hilfsorganisation unterstützt, viele kennen ihre Rechte nicht und haben wenig Erfahrung im Kampf für ihre Rechte.  Deswegen brauchen sie Unterstützung. Eine erfahrene Kindergewerkschafterin ist dazu bereit: Lizeth Reina Castro. Sie war bis vor kurzem Sprecherin der UNATSBO, der nationalen Vereinigung der arbeitenden Kinder und Jugendlichen Boliviens. Weil sie 18 geworden ist, musste sie den Job abgeben. Sie studiert jetzt Sozialarbeit und jobbt, damit sie leben kann. Sie ist bereit, die Gruppe der Taypis mit Rat und Tat zu unterstützen. Das kann sie nur, wenn wir sie unterstützen.  ZORRO e.V. gibt ihr ein Stipendium, damit sie die Taypis regelmäßig beraten, und ihre Aktionen unterstützen kann. Dafür wollen wir 3000,- Euro spenden- das reicht für ein Jahr. Dann werden wir mit den Taypis und mit Lizeth sprechen, ob und wie die Unterstützung weitergeführt werden soll. Wir bitten Sie und euch, auch dieses Projekt zu unterstützen. 

Lizeth Reina Castro spricht mit  KinderarbeiterInnen darüber, welche Rechte sie durch das bolivianische Kindergesetz bekommen haben. Die Regierung tut wenig, um diese Rechte durchzusetzen. Ohne Kampf geht es nicht. Lizeth kann ihren großen Erfahrungsschatz an die jüngeren weitergeben. Sie arbeitet seit ihrem 6. Lebensjahr.  (c) Foto: Vincent Rosenblatt

....hier geht's zur ARTE-Reportage "Bolivien und das Kinder-Recht auf Arbeit"

Aqui pueden ver el reportaje completo en castellano:


Betterplace ist eine große crowdfunding-Plattform, die auf soziale Hilfsprojekte spezialisiert ist. Es gibt bei ihr keine Verwaltungsgebühren. Deine Spende kommt zu 100% bei den Kindern und Jugendlichen an. Unser Projekt findest du  auch auf der Betterplace-Website.

Zwischenstand der Gruppe in Potosí

Die arbeitenden Kinder und Jugendlichen in Potosí haben die Spenden für ihre Bäckerei gut angelegt: In eine Gasleitung und in ein neues Rührwerk. Von der Idee zur Tat. Sie brauchen unsere Solidarität auch weiterhin, vor allem, um ihre Gewerkschaftsarbeit zu stärken. Das bolivianische Kindergesetz das sie schützen soll, ist ein Papiertiger, wenn sie nicht selbst für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Sie müssen sich treffen können, die nächsten Schritte beraten- und sie brauchen ebenso Geld, um die Menschen in ihrem Land über ihre Ziele aufzuklären und sich Gehör zu verschaffen. Deswegen freuen wir uns über Leute, die regelmäßig (z.B. monatlich) einen festen Beitrag spenden, damit die Gewerkschaft arbeitender Kinder ihren täglichen Kampf finanzieren kann und für die Zukunft sicher planen kann.



Ana Rosa (13) ist Verkäuferin auf dem Wochenmarkt von Potosí. Sie arbeitet jeden  Tag, denn ohne ihren Lohn könnte sie die Schule nicht bezahlen.  Am liebsten verkauft sie Brot, das in der eigenen Bäckerei hergestellt wird. Ana Rosa ist auch Vorstand der Kindergewerkschaft und hat große Pläne:  "Wir brauchen noch mehr eigene Unternehmen, um unabhängiger zu werden. Ich wünsche mir, dass viele Kinder in Europa das verstehen und uns unterstützen." 

Durch unsere Spenden konnte 2017 das Regionaltreffen der Kinderarbeiter-Gewerkschaft von Potosí ermöglicht werden! Hier werden die Weichen für die kommenden zwei Jahre gestellt. Wer soll die arbeitenden Kinder politisch vertreten? Wie können sie effektiver ihre Rechte einfordern? Besonders gegenüber der Regierung, die ihnen schon viel mehr Schutz vor Missbrauch zugesagt hat.


SPENDEN

Das erste Spendenziel ist erreicht. 4500 Euro sind in den Ausbau der Bäckerei geflossen.

Ende Juni 2017 haben wir der UNATSBO (der Nationalen Union der arbeitenden Kinder Boliviens) 1200,- Euro überwiesen, damit Delegierte aus den verschiedenen Provinzen zu einem Kongress zusammenkommen können. Sie wollen beraten, wie es im Kampf um die Rechte der arbeitenden Kinder und Jugendlichen weitergehen soll.

Wer weiterhin spenden will (auch regelmäßige Spenden sind möglich) kann sicher sein, dass das Geld direkt und zu 100% den arbeitenden Kindern zugute kommt. 


Treffen mit europäischen Parlamentariern

Abgeordnete des Europäischen Parlamentes reisten nach Bolivien, um mit den arbeitenden Kindern zu reden: Muss das neue Kindergesetz weg, weil es gegen die Menschenrechte verstößt, oder macht es die Kinder zu Rechtssubjekten?  Ein spannender Streit.

Hier der Link zur Reportage von Peter Strack.

Segundino (18)  hat als Junge unter Tage im Bergwerk gearbeitet- ein Höllenjob. Er ist froh, dass er jetzt  in der Bäckerei der Kindergewerkschaft arbeiten kann. Ein französischer Bäcker, der zu Besuch in Potosí war,  hat ihm die besten Rezepte beigebracht; er kann sogar Croissants backen. Segundino arbeitet nun seit drei Jahren in der Bäckerei neben Schule und Freizeit- und bildet als Bäckerei-Chef jetzt die neue Generation von sechs jungen Bäckern aus. "Wenn wir ausbauen, könnten wir viel mehr backen; es gibt schon Schulen, die nachfragen. Sie wollen unser Brot für die Schulspeisung."


Die neue Bäckerei ist  fertig ! 

Monatelang mussten die Kinder und Jugendlichen auf die Baugenehmigung warten; jetzt ist es geschafft:  Die Bäckerei der arbeitenden Kinder Potosís ist mit Hilfe unserer Spenden an das städtische Gasnetz angeschlossen worden. Und auch das neue Rührwerk ist angeschafft und einsatzbereit.

Alles neu: Gas- Therme und Rührwerk. Danke allen Spendern!


1507  Euro als Spende! 

Die Arbeitnehmerkammer Bremen hat   drei  Brecht-Liederabende unter dem Titel: "Denn wie man sich bettet, so liegt man." veranstaltet. Dabei spendeten die Zuschauer insgesamt 1507 Euro für die Bäckerei in Potosí. Das Geld wird gebraucht, denn die Verlegung der Gasleitung wird ein paar hundert Euro teurer werden, als ursprünglich von den Stadtwerken Potosí angesetzt. Vielen Dank!