umkämpfte Kinderarbeit

Die letzten Monate waren aufregend, was den internationalen Streit um die Rechte arbeitender Kinder angeht. Im November veranstaltete die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) in Buenos Aires eine große Konferenz zum Verbot der Kinderarbeit. Bolivien, welches als erstes Land der Welt die Rechte arbeitender Kinder durch eine geregelte Arbeits-Erlaubnis schützen will, steht bei diesen Treffen stark in der Kritik. Die Vertretungen der arbeitenden Kinder wurden von der Teilnahme an der Konferenz ausgeschlossen, angeblich zu ihrem Schutz.

So beurteilen die Kinder aus Potosí die Lage

 

Zuletzt haben sie sich gemeinsam mit anderen Gewerkschaften arbeitender Kinder aus Lateinamerika und der Karibik an den UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes gewandt und Beschwerde gegen die Diskriminierung von unter 18-Jährigen durch die IAO eingereicht.


Zwischenstand

Die arbeitenden Kinder und Jugendlichen in Potosí haben die Spenden für ihre Bäckerei gut angelegt: In eine Gasleitung und in ein neues Rührwerk. Von der Idee zur Tat. Sie brauchen unsere Solidarität auch weiterhin, vor allem, um ihre Gewerkschaftsarbeit zu stärken. Das bolivianische Kindergesetz das sie schützen soll, ist ein Papiertiger, wenn sie nicht selbst für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Sie müssen sich treffen können, die nächsten Schritte beraten- und sie brauchen ebenso Geld, um die Menschen in ihrem Land über ihre Ziele aufzuklären und sich Gehör zu verschaffen. Deswegen freuen wir uns über Leute, die regelmäßig (z.B. monatlich) einen festen Beitrag spenden, damit die Gewerkschaft arbeitender Kinder ihren täglichen Kampf finanzieren kann und für die Zukunft sicher planen kann.

....hier geht's zur ARTE-Reportage "Bolivien und das Kinder-Recht auf Arbeit"

Aqui pueden ver el reportaje completo en castellano:


It's time to talk

Da sie von der IAO-Konferenz schon im Vorfeld ausgeschlossen wurden, haben arbeitende Kinder aus drei Kontinenten einen eigenen Kongress organisiert, der in La Paz, Bolivien im Oktober stattfand. Sie haben auch Vertreter der Internationalen Arbeitsorganisation und der bolivianisches Regierung eingeladen, um zu erklären, dass die Verbesserung ihrer Lebensumstände einen differenzierteren Ansatz als lediglich universelle Verbote braucht. Weder bolivianische Politiker noch die IAO sind auf diese Gesprächseröffnung eingegangen und haben sie weitestgehend ignoriert. Trotzdem lässt sich die Veranstaltung als Erfolg verbuchen.


Betterplace ist eine große crowdfunding-Plattform, die auf soziale Hilfsprojekte spezialisiert ist. Es gibt bei ihr keine Verwaltungsgebühren. Deine Spende kommt zu 100% bei den Kindern und Jugendlichen an. Unser Projekt findest du  auch auf der Betterplace-Website.



Ana Rosa (13) ist Verkäuferin auf dem Wochenmarkt von Potosí. Sie arbeitet jeden  Tag, denn ohne ihren Lohn könnte sie die Schule nicht bezahlen.  Am liebsten verkauft sie Brot, das in der eigenen Bäckerei hergestellt wird. Ana Rosa ist auch Vorstand der Kindergewerkschaft und hat große Pläne:  "Wir brauchen noch mehr eigene Unternehmen, um unabhängiger zu werden. Ich wünsche mir, dass viele Kinder in Europa das verstehen und uns unterstützen." 

Durch unsere Spenden konnte nun das Regionaltreffen der Kinderarbeiter-Gewerkschaft von Potosí ermöglicht werden! Hier werden die Weichen für die kommenden zwei Jahre gestellt. Wer soll die arbeitenden Kinder politisch vertreten? Wie können sie effektiver ihre Rechte einfordern? Besonders gegenüber der Regierung, die ihnen schon viel mehr Schutz vor Missbrauch zugesagt hat.


SPENDEN

Das erste Spendenziel ist erreicht. 4500 Euro sind in den Ausbau der Bäckerei geflossen.

Ende Juni 2017 haben wir der UNATSBO (der Nationalen Union der arbeitenden Kinder Boliviens) 1200,- Euro überwiesen, damit Delegierte aus den verschiedenen Provinzen zu einem Kongress zusammenkommen können. Sie wollen beraten, wie es im Kampf um die Rechte der arbeitenden Kinder und Jugendlichen weitergehen soll.

Wer weiterhin spenden will (auch regelmäßige Spenden sind möglich) kann sicher sein, dass das Geld direkt und zu 100% den arbeitenden Kindern zugute kommt. Auf der ZORRO-Mitgliederversammlung Ende Juli 2017 soll entschieden werden, was wir als nächstes Projekt fördern. Vorschläge sind willkommen.


Treffen mit europäischen Parlamentariern

Abgeordnete des Europäischen Parlamentes reisten nach Bolivien, um mit den arbeitenden Kindern zu reden: Muss das neue Kindergesetz weg, weil es gegen die Menschenrechte verstößt, oder macht es die Kinder zu Rechtssubjekten?  Ein spannender Streit.

Hier der Link zur Reportage von Peter Strack.

Segundino (18)  hat als Junge unter Tage im Bergwerk gearbeitet- ein Höllenjob. Er ist froh, dass er jetzt  in der Bäckerei der Kindergewerkschaft arbeiten kann. Ein französischer Bäcker, der zu Besuch in Potosí war,  hat ihm die besten Rezepte beigebracht; er kann sogar Croissants backen. Segundino arbeitet nun seit drei Jahren in der Bäckerei neben Schule und Freizeit- und bildet als Bäckerei-Chef jetzt die neue Generation von sechs jungen Bäckern aus. "Wenn wir ausbauen, könnten wir viel mehr backen; es gibt schon Schulen, die nachfragen. Sie wollen unser Brot für die Schulspeisung."

 


Die neue Bäckerei ist  fertig ! 

Monatelang mussten die Kinder und Jugendlichen auf die Baugenehmigung warten; jetzt ist es geschafft:  Die Bäckerei der arbeitenden Kinder Potosís ist mit Hilfe unserer Spenden an das städtische Gasnetz angeschlossen worden. Und auch das neue Rührwerk ist angeschafft und einsatzbereit.

Alles neu: Gas- Therme und Rührwerk. Danke allen Spendern!


1507  Euro als Spende! 

Die Arbeitnehmerkammer Bremen hat   drei  Brecht-Liederabende unter dem Titel: "Denn wie man sich bettet, so liegt man." veranstaltet. Dabei spendeten die Zuschauer insgesamt 1507 Euro für die Bäckerei in Potosí. Das Geld wird gebraucht, denn die Verlegung der Gasleitung wird ein paar hundert Euro teurer werden, als ursprünglich von den Stadtwerken Potosí angesetzt. Vielen Dank!